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Stefan Zweig

"Mich hat das Schicksal mit einem unbestechlichen Auge, einem harten Auge und einem weichen Herzen geschlagen."


 

Geburtshaus

 

 

 

 


Stefan mit seinem Bruder Alfred

 

 

 

Als Student

Biographie

Geboren 1881 in Wien. Schriftsteller, Poet, Übersetzer, Herausgeber, Pazifist, Humanist, Europäer. Emigrierte während des 1. Weltkrieges von 1917 - 18 in die Schweiz. Vor dem zweiten Weltkrieg einer der weltweit am meisten übersetzten Autoren. 1934 Emigration aus Österreich nach London, 1941 Übersiedlung ins brasilianische Exil. Dort Selbstmord, zusammen mit seiner Frau, am 23.02. 1942. Auch heute noch mit einigen seiner kurzen Erzählungen weltbekannt, aber als Humanist, großer Europäer, historischer Biographienschreiber und wichtige Persönlichkeit des Exils fast vergessen. In Spanien seit kurzem mit seinen wichtigsten Werken neu übersetzt.

"Ich bin 1881 in einem großen und mächtigen Kaiserreiche geboren, in der Monarchie der Habsburger, aber man suche sie nicht auf der Karte: sie ist weggewaschen ohne Spur. Ich bin aufgewachsen in Wien, der zweitausendjährigen übernationalen Metropole, und habe sie wie ein Verbrecher verlassen müssen, ehe sie degradiert wurde zu einer deutschen Provinzstadt. Mein literarisches Werk ist in der Sprache, in der ich es geschrieben, zu Asche gebrannt worden, in eben demselben Lande, wo meine Bücher Millionen Leser sich zu Freunden gemacht. So gehöre ich nirgends mehr hin, überall Fremder und bestenfalls Gast; auch die eigentliche Heimat, die mein Herz sich erwählt, Europa, ist mir verloren, seit es sich zum zweitenmal selbstmörderisch zerfleischt im Bruderkriege", schrieb Stefan Zweig in seiner Autobiographie von 1942, Die Welt von Gestern.


Die Welt der Sicherheit

"Europa" war für Stefan Zweig das zentrale Thema seines Lebens und Schreibens. Er wurde als Kind einer sehr wohlhabenden jüdischen Fabrikantenfamilie in Wien geboren. Eine Familie, in der neben der wirtschaftlichen traditionell auch die geistige Emanzipation verfolgt wurde. Die Leidenschaft für die Literatur entdeckte Stefan Zweig bereits in der Zeit des Schulbesuchs. Unter dem autoritären Drill des Gymnasiums litt er sehr, auch wenn er die geforderten Leistungen nach außen hin mühelos erfüllte. So hatte er auch wenig Interesse am Universitätsstudium und investierte nur ein Minimum an Energie, um die Bedingung seiner Eltern, den Erwerb des Doktortitels (1904, in Romanistik - mit Auszeichnung) zu erfüllen.


Schon mit 20 Jahren gelang es ihm, für seine ersten poetischen Arbeiten einen der renommiertesten Verlage Deutschlands, den Insel-Verlag, zu gewinnen und kurz darauf, im Feuilleton der bekanntesten Wiener Zeitung, der "Neuen Freien Presse", die auch in Deutschland großen Respekt genoss, zu veröffentlichen. Diese ersten Erfolge sah Zweig vor allem als Ansporn, sich weiter zu entwickeln. Zu diesem Zweck bereiste er Belgien, England, Frankreich, Spanien, Nordafrika und Italien, die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada und Lateinamerika und Indien. Er nutze die zum Teil monatelangen Aufenthalte, um die Kultur dieser Länder so intensiv wie möglich zu studieren und um seine Sprachkenntnisse zu vertiefen. Auf diese Weise lernte Stefan Zweig Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch fließend und konnte sich so in das kulturelle Leben dieser Länder integrieren. Er bemühte sich um Kontakte und Freundschaften mit Schriftstellern, die er als Vorbild ansah. Er übersetzte Werke damals in Deutschland noch unbekannter Künstler wie Emile Verhaeren und Romain Rolland, der 1914 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Er sah sich als "Vermittler" zwischen den Kulturen, schrieb Essays über Autoren, die wie er europäisch dachten. Insgesamt hat er nahezu fünfzig Werke, vor allem zeitgenössischer Autoren, herausgegeben, übersetzt oder eingeleitet. Einen wichtigen Einfluss auf das Geistesleben hatte er zudem durch seinen Vorschlag an den Insel-Verlag, der sein Werk bis 1933 verlegte, die äußerst erfolgreiche "Bibliotheca Mundi" herauszubringen, für die er selbst zeitweise als Herausgeber fungierte.


"Er hat zeitlebens gearbeitet, mit vielen großen Männern des Jahrhunderts korrespondiert. Er hat eine der schönen Buchserien in deutscher Sprache, die Insel-Bücher, angeregt und anfänglich mit ausgewählt. Er hat große europäische Dichter entdeckt oder populär gemacht. Er hat mitgeholfen, den literarischen Geschmack der westlichen Welt zu beeinflussen und zu bilden. Er hat Verleger in vielen Ländern beraten", schrieb Hermannn Kesten, einer seiner Freunde aus dem Exil, über ihn.


Von besonderer Bedeutung war sein Talent, Freundschaften zu begründen und zu pflegen. Hermann Hesse nannte ihn einen "Meister der Freundschaft", der einen intensiven brieflichen Austausch mit den führenden Intellektuellen Europas hatte, aus dem ein privater Schriftverkehr resultierte, von dem mehr als 20.000 Briefe erhalten sind.

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